"Die Adventszeit ist die schönste Zeit im Jahr"

Weihnachtsinterview der PNP mit Staatsministerin Michaela Kaniber

17.12.2018

Weihnachten ist die Zeit des Innehaltens. Für Staatsministerin Michaela Kaniber  stellen die Feiertage eine besondere Zeit dar. Auch, weil sie völlig politikfrei sind. Im Interview verrät die Landwirtschaftsministerin, wie sie Weihnachten als Kind erlebt hat, wie sie mit ihrer Familie feiert und warum Nonplusultra ihre Standard-Plätzchen sind. 

Liegt Ihnen die Advents- und Weihnachtszeit sehr am Herzen?
Für mich ist die Adventszeit die schönste Zeit im Jahr. Wir feiern das Fest der Liebe, Christi Geburt. Das ist die Zeit, die man mit der Familie verbringt, da rückt die Welt draußen in den Hintergrund. Man besinnt sich, schwelgt in Kindheitserinnerungen, es zählt nur die Familie. Ich genieße die Stille um den Christbaum sehr. 
 
Gehen Sie gerne auf Christkindlmärkte? 
Sehr gern sogar! Wir haben seit einigen Jahren die Tradition, dass wir gemeinsam mit der Familie, Freunden und Nachbarn jedes Jahr einen anderen Christkindlmarkt besuchen, auch mal in weiterem Umkreis. Der auf Schloss Tüssling ist zum Beispiel wunderschön und auch die Christkindlmärkte in Altötting, Salzburg, Berchtesgaden, Bad Reichenhall - überall herrscht so ein feierliches Ambiente. Die Waldweihnacht in Halsbach habe ich noch nicht gesehen, da möchte ich gern hin.
 
Backen sie selbst auch Plätzchen?
Selbstverständlich, ich habe ein paar Lieblingssorten, die backe ich jedes Jahr. Ich probiere zwar immer mal wieder eine neue Sorte aus, stelle dann aber fest, dass meine bewährten Rezepte die besten sind.

Welche ist Ihre Lieblingssorte?
Nonplusultra. Den Namen haben sie völlig zurecht, die sind so fein! Das sind runde Plätzchen aus Mürbteig mit einem Baisertupfen drauf, die man mit Marmelade zusammenklebt. Die Marmelade mische ich immer mit einem Schuss Kirschwasser. Und gefüllte Marzipanstangen mag ich gern. Oder Spitzbuben. Es gibt eigentlich so viele gute Sorten. Noch lieber als sie zu backen, esse ich sie. 

Wie begehen Sie und Ihre Familie Weihnachten?
Bei uns läuft Weihnachten immer mit gewohnten Ritualen ab: An Heiligabend gehen wir um 15 Uhr zu den Böllerschützen am Gangsteig, das ist ein Hang bei uns in Bayerisch Gmain. Danach richten wir uns alle fesch her, die ganze Familie kommt zu uns heim. Dann gibt es erst die Bescherung und danach essen wir gemeinsam. Eigentlich ist die Adventszeit vom christlichen Glauben her eine Fastenzeit. Bei uns gibt es erst ab Weihnachten Plätzchen und auch deftige Festtagsgerichte.
 
Was gibt es bei Ihnen am Weihnachtsabend zu essen?
Auch da haben wir eine Tradition: Scampi Buzara. Das ist ein kroatisches Rezept mit Tomatenweißweinsoße und viel Knoblauch. Dazu gebratenen Tintenfisch, Chillikartoffeln, grünen Salat und Weißbrot.
 
Wer sucht den Christbaum aus? 
Den hole ich mit meinem Mann gemeinsam beim Christbaumhändler. Schön groß muss er sein. 
 
In welchen Farben ist der Baum geschmückt?
Immer in verschiedenen Goldtönen. Ich habe viele Kugeln in verschiedenen Größen, auch Glaskugeln mit goldenen Verzierungen, goldene Nüsse, kleine goldene Trompeten und Hirsche.
 
Schmücken Sie ihn selbst oder helfen Ihnen dabei Ihre Töchter? Oder Ihr Mann? 
Das machen wir alle gemeinsam. Unsere Töchter sind ja schon groß. Das ist eine schöne Tradition, bei Weihnachtsmusik den Baum zu schmücken. Da kann man sich wunderbar auf die Festtage einstimmen.

Gehen Sie zur Mette?
Selbstverständlich.
 
Gibt es ein besonderes Geschenk, das Sie sich heuer wünschen?
Ich schenke gerne etwas her. Aber eigentlich sind materielle Dinge nicht so wichtig. Ich habe nur einen Wunsch an den Herrgott: dass meine Familie gemeinsam gesund unter dem Christbaum beieinander sitzen kann. Wir hatten voriges Jahr an Weihnachten einen Krankheitsfall in der Familie, das hat uns alle sehr mitgenommen. Es ist Gott sei Dank gut ausgegangen. Insofern werden die Feiertage heuer etwas ganz besonderes. Meine Eltern und Schwiegereltern sind gesund, das ist das schönste Geschenk. Wir haben so ein Glück, das wird mir durch die Weihnachtstage wieder bewusst.
 
Haben Sie Weihnachten zumindest einmal ein paar Tage Zeit zum Entspannen bzw. Politikpause?
Das ist das Schönste an Weihnachten: Dann spielt Politik keine Rolle (lacht). Das ist auch gut so. Weihnachten ist eine Zeit, die man zum Entschleunigen braucht. Es ist tatsächlich die einzige politikfreie Zeit im Jahr.
 
Wie erlebten Sie Weihnachten als Kind?
Als riesengroßes Fest. Dadurch, dass meine Geschwister und ich im Gasthaus groß geworden sind, waren wir an den Feiertagen immer mit vielen Gästen beisammen.
 
Können Sie sich an ein besonders schönes Geschenk erinnern?
Ich habe einmal einen Skianzug bekommen, der war außen hellblau und innen rosa. Den habe ich geliebt!

Haben Sie als Kind die Weihnachtsgeschenke schon vorher gesucht, wie viele andere Kinder es tun?
Na klar (lacht). Sie waren immer im selben Schrank. Aber immer schon verpackt, damit wir nicht vorher schon wussten, was wir bekommen. Unsere Eltern haben mit unserer Neugierde schon gerechnet.
 
Waren Sie recht aufgeregt vor dem Heiligen Abend?
Auf Weihnachten habe ich mich immer sehr gefreut. Um ehrlich zu sein, war ich nur vor dem Nikolaustag aufgeregt. Insbesondere wegen dem Krampus, weil ich wahrlich kein braves Kind war (lacht).
 
Können Sie sich noch erinnern, wie lange Sie ans Christkind geglaubt haben? 
Ich weiß noch gut, wie mir im Kindergarten andere Kinder gesagt haben, dass es das Christkind gar nicht gibt. Im Nachhinein betrachtet war das viel zu früh, ich hätte gern noch länger dran geglaubt.