Radtour mit zwei Staatsministern auf dem Bierwanderweg

Michaela Kaniber und Dr. Marcel Huber unterwegs in Teisendorf

13.09.2018 | Teisendorf

Radeln ist gesund und umweltfreundlich. Dass sich eine gemeinsame Radltour auch eignet, um mit Bürgerinnen und Bürger in ungezwungener Atmosphäre ins Gespräch zu kommen, haben jetzt die beiden Staatsminister für Umwelt, Dr. Marcel Huber und Landwirtschaft Michaela Kaniber bewiesen. 

 Frei nach dem Motto „packen wirs gemeinsam an“ haben sie zu einer Radltour entlang des Teisendorfer Bierwanderweges, anlaßbezogen kurzerhand in „Bierradlweg“ umbenannt, eingeladen und viele sind bei dem herrlichen Wetter an der Wende von Sommer zu Herbst gekommen, um mitzuradeln. Auch einige Kinder haben sich den Spaß nicht nehmen lassen.

Pünktlich um 10 Uhr gings beim Klosterwirt in Höglwörth los, nachdem der CSU-Ortsvorsitzende aus Teisendorf Gernot Daxer die Teilnehmer begrüßt und den Tagesablauf kurz skizziert hatte. Hannelore Bohm, die Behindertenbeauftragte des Landkreises Berchtesgadner Land, gab den beiden Ministern als Stärkung Nüsse mit und nutzte die Gelegenheit, um auf die Belange der Behinderten hinzuweisen und dafür um Unterstützung zu bitten. Am Gutshof Ramsau, etwa in der Mitte des Weges, wurde ein kurzer Halt eingelegt. wie zum Beispiel am Gutshof Ramsau, der bis in die 1970 betrieben wurde. Früher haben Brauereien oft auch eine kleine Landwirtschaft gehabt, um die Versorgung von Familie und Betrieb mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. Der Gutshof war so ein Fall und wurde bis 1970 betrieben. Auch die Zutaten für das Bier wurden früher vor Ort selbst angebaut oder in der Region gekauft, denn der Transport über lange Strecken war beschränkt und mühsam. Die Privatbrauerei Wieninger hat den Gedanken der Regionalität wieder verstärkt aufgegriffen und baut für spezielle Biersorten die Braugerste und den Laufener Landweizen wieder in der Ramsau an.

Zünftig gings dann im Biergarten der Alten Post zu, wo die Radltour endete. Bei einer guten Brotzeit und kühlem Bier konnten sich die Radlteilnehmer erholen und noch besser ins Gespräch mit den hohen Gästen kommen. Landwirtschaftsministerin Kaniber freute sich, dass so viele mitgeradelt sind. Ihr sei das wichtig, denn der Politiker sei für die Bürger da. Gemütliche Runden wie diese würden beide Seiten näher bringen. Umweltminister Huber und sie würden aber nicht nur gemeinsam radeln, sondern hätten inzwischen viele Probleme gemeinsam angegangen und gelöst. Sie erwähnte als Beispiele das Kulturlandschaftsprogramm und den kürzlich beschlossenen Eigentumspakt für die Landwirtschaft. Dies sei alles nicht einfach aber „mit einem Umweltminister, der als Tierarzt die Landwirtschaft gut versteht“ sei es eben doch einfacher, zu Lösungen zu kommen. Das Lob gab Huber an Kaniber zurück und betonte, „die natürliche Feindschaft zwischen Umwelt und Landwirtschaft muß aufgebrochen werden“. Dies gelänge in Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsministerin Kaniber sehr gut. Den Termin in Teisendorf fand er sehr angenehm und erholend. „Es ist schon etwas anderes, tollem Wetter in dieser herrlichen Landschaft Radl zu fahren, als in einem vollen Saal frontal zu sprechen“. Dementsprechend locker war auch die Atmosphäre.

Auf direkte Fragen und Antworten in großer Runde wurde verzichtet, dafür nahmen sich die Minister viel Zeit zum persönlichen Gespräch. Wiederholt betonte der Umweltminister, dass alle gemeinsam den wertvollen Schatz unserer Natur und Landschaft bewahren müssen, immer im Zweiklang von Ökologie und Ökonomie. Denn die großen Themen, wie zum Beispiel Artenschutz und Trinkwasserqualität gehen alle an und jeder kann und muß durch sein Verhalten etwas dafür tun. Vor allem auch bewußtes Einkaufen in der Region, passend zur Saison, sei ihm wichtig. Ein hohes Gut seien für ihn auch die Almen im Alpenraum, die durch enstprechende Beweidung freigehalten werden müssten. Gefragt zum Wolf, betonte Huber, dass dieser den höchsten Schutzstatus von Tieren in Europa habe und damit ein leichtfertiger Umgang mit ihm auch strafrechtlich nicht geboten sei. Bei Gefährdung von Menschen aber dürfe es kein Zögern gäben, bis zum Abschuß als letzte Option.

Landwirtschaftsministerin Kaniber freute sich, dass die beiden Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt mit mehr Geld für das Kulturlandschaftsprogramm und den Vertragsnaturschutz ausgestattet wurden. „Wir reden hier von Millionen für den Erhalt der Biodiversität und der Artenvielfalt“ so die Ministerin. Auch der beschlossene Eigentumspakt, der deutschlandweit einmalig sei, gehe in die richtige Richtung, denn nun sollen landwirtschaftliche Flächen und bäuerliche Waldflächen besser geschützt werden. Bei Umweltmaßnahmen gelte nun „Freiwilligkeit vor Umweltrecht“.

Angesprochen auf das Bienensterben, sagte Kaniber, dass man viel dafür tue, die Bienenzucht im Freistaat auf hohem Niveau zu halten. Dafür würden die Imker mit Fördermaßnahmen unterstützt. Denn rund 80 Prozent aller heimischen Nutz- und Wildpflanzen würden von Bienen bestäubt. Sie freue sich, dass die Anzahl der Bienenvölker im Freistaat in letzter Zeit deutlich zugenommen habe von rund 200.000 auf jetzt 300.000 und auch immer mehr Frauen die Imkerei entdecken.

Als Überraschung für die hohen Gäste sang das Trio Maria Lindner, Ludwig Pastötter und Georg Wetzelsperger, die allen Teisendorfer vom Starkbieranstich bestens bekannt sind, witzige Gstanzl, passend zum Besuch und zur politischen Lage. Sie wünschten die Ministern „dass ihr nu lang regiert’s“ und bei der Wahl mit „Vollgas durchmaschiert’s“, auch wenns dazu auch „a wenig a Massel braucht“. Die Minister nahmens mit Humor. von (Text: Monika Konnert)