Besuch in einem Wohnprojekt mit Vorbildcharakter in Kirchanschöring

Michaela Kaniber lobt das "Haus der Begegnung"

08.10.2018

Wie Wohnen in Zukunft aussehen kann, das zeigt die Gemeinde Kirchanschöring. Hier setzt man auf Innenentwicklung, statt neue Flächen mit Einfamilienhaussiedlungen zu versiegeln. Eine Umnutzung leerstehender Hofflächen ist bereits geplant. Das "Haus der Begegnung" erfüllt noch einen weiteren Zweck. 

Leerstände in den Ortsmitten und hoher Flächenverbrauch am Ortsrand – das sind die Probleme in vielen ländlichen Gemeinden. Die Verwaltung für Ländliche Entwicklung steuert dem entgegen und fördert die Gemeinden bei der Entwicklung von Konzepten zur Eindämmung des Flächenverbrauchs. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern werden gemeindespezifische Lösungen erarbeitet. Staatsministerin Michaela Kaniber besuchte die Gemeinde Kirchanschöring, die mit dem „Haus der Begegnung“ bereits ein Musterbeispiel für erfolgreiche Innenentwicklung vorzeigen kann.
 
Die Gemeinde Kirchanschöring hat sich zum Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch einzudämmen und die vorhandenen Potenziale der Innenentwicklung zu nutzen. Aufbauend auf das durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern geförderte Gemeindeentwicklungskonzept und den Zielen aus dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept hat sich die Gemeinde Kirchanschöring auf den Weg gemacht, nicht nur ihre Bauleitplanung zu überdenken, sondern auch Alternativen zu den oft üblichen Einfamilienhaussiedlungen zu entwickeln. Sie will die flächenintensive Außenentwicklung eindämmen und zum Beispiel leerstehende Hofstellen in der Ortsmitte für das Wohnen wiederbeleben. Mit dem „Haus der Begegnung“ konnte hier ein erster Impuls gesetzt werden.
 
Die Kombination von Wohnangeboten für Senioren und gemeinschaftlichen Einrichtungen bieten für die Kirchanschöringer eine neue soziale Mitte. Spannend sind auch die weiteren Pläne der Gemeinde für ein „anderes Wohnen“: So soll der Innerortsbereich von Kirchanschöring mit ortstypischen Bauten verdichtet werden. Hier können sich z.B. junge Familien zusammentun und gemeinsam flächensparend bauen.
 
„Unser Grundsatz lautet Innenentwicklung vor Außenentwicklung“, brachte es Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber auf den Punkt. „Meine Verwaltung für Ländliche Entwicklung bietet den Kommunen im ländlichen Raum Hilfe zur Selbsthilfe an. Mit Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepten, Gemeindeentwicklungs- und Dorferneuerungsplanungen können gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Alternativen zur Ausweisung von Bauland auf der grünen Wiese erarbeitet werden.“ Sie wünsche sich, dass dieses Projekt in Bayern Schule macht, so Kaniber.
 
Dass für diese Planungsprozesse ein langer Atem notwendig ist, zeigt das Haus der Begegnung. Bereits vor 15 Jahren sind erste Ideen erarbeitet worden. Aber es hat sich gelohnt: Die Kombination von bezahlbarem Wohnraum für Senioren mit Gemeinschaftseinrichtungen ist ein zukunftsorientierter Ansatz. Zukunftsorientiert war auch der Abschluss der Veranstaltung: Staatsministerin Michaela Kaniber pflanzte in Kirchanschöring den Baum des Jahres 2018, eine Esskastanie.